|
|
||||||||
Aufbau eines leisen und stromsparenden Linux-Servers
Inspiriert durch meine Dreambox bin ich dann irgendwann auf die Idee gekommen, mir ein kleines Embeded System zuzulegen. Ginge es hierbei nur um Downloads, hätte ich pyLoad auf die Dreambox oder meinen Fritzbox Router legen können. Jedoch sollte das System ausreichend Reserven haben, um schnelle Transfers im Gigabit-LAN zu bewältigen und einige andere Servergeschichten wollte ich dann irgendwann noch ausprobieren. Zudem legte ich Wert auf die x86-Kompatibilität, was mir bezüglich der Softwareauswahl nahezu unbegrenzte Freiheiten gibt. Wegen der relativ schwachen CPU´s und der abweichenden Architektur schieden deshalb meine anderen beiden "Boxen" aus. Mittlerweile bin auch älter geworden und jetzt, nachdem die grauen Zellen besser funktionieren, ist die Zeit der virtuellen Schwanzvergleiche für mich vorbei. FPS und Rechenpower ohne Ende sind mir mittlerweile weitestgehend egal, sofern meine Grunderfordernisse erfüllt sind. Viel wichtiger ist für mich, daß mein zukünftiger "Mini-Server" möglichst ideal "passt". So begab ich mich auf die Suche nach genau diesem System.
HardwareDer Markt der embeded Systeme scheint stetig zu wachsen. Einige namhafte Anbieter haben diese Nische auch für sich entdeckt. Viele der angebotenen Lösungen basieren auf Intel´s Atom. Aber leider ist diese Sache nicht ganz genau das was ich gesucht habe, da diese Rechner meistens aktiv gekühlt sind oder mit passiver Kühlung unter Hitzeproblemen leiden. Daher entschied ich mich, meinen Fokus auf den Hersteller zu legen, der mit seinen eigenen Entwicklungen diese ganzen Minidinger maßgeblich mit angeschoben hat. Gemeint ist der koreanische Chiphersteller VIA mit seinen neuen NANO-Prozessoren. Hier habe ich dann endlich genau das gefunden, was ich suchte. Einen Prozessor (U2500) mit einer Verlustleistung von ca. 5W, Der Chipsatz verbraucht ca. 2,5W. Das ganze dann noch in 64 Bit mit Hardwareunterstützung für H.264 und MPEG. Gigabit-LAN und HDMI sind ebenfalls mit an Board. Idealer geht es nicht! Die passiven Lösungen von VIA waren mir dann allerdings zu teuer, da hier fett massives Kupfer verbaut ist. So bin ich bei dem preisgünstigen "VIA Artigo V1100" hängen geblieben. Für einen Straßenpreis von ca. 250 Euro ist dieses System derzeit (7/2011) zu haben. Hinzu kommen bei mir noch ein 2 GB DDR2 DIMM und eine 96 GB V100+ SSD von Kingston. Alles zusammen also ca. 400 Euro. Nachdem ich das System zusammengebaut habe, hat mich dessen Leistung sehr positiv überrascht. Im Windows-Netzwerk (über SAMABA) kann ich mit ca. 55 MByte/s Daten auf den Artigo schreiben und mit ca. 75 MByte/s lesen. Das ist besser, als viele weit teurere NAS-Systeme bringen. Bemerkenswert ist auch: VIA gibt den Stromverbauch mit typ. 12 - 18 Watt an. Das kann sich sehen lassen! Enttäuscht hat mich jedoch der in diesem halben Milchkarton verbaute 30mm Lüfter. Die Lautstärke, mit welcher dieser die Luft an der Gehäusseite herausbrüllt, ist wirklich beeindruckend. Da mußte schleunigst eine andere Lösung her! Weil der verbaute Lüfter eigentlich ein hochwertiger Typ ist (Sunon mit MAGLEV Lagern), hab ich gar nicht erst versucht, ihn gegen einen anderen Lüfter gleicher Größe auszutauschen. Also fix den DREMEL und einen Lötkolben aus dem Keller geholt und dann ging es los:
Auf diesem Bild ist eigentlich alles zu erkennen, was ich gemacht habe:
Der 30 mm Lüfter ist raus und das Lufttunnelblech wurde entsprechend abgeschnitten. Eingebaut ist jetzt ein "Noiseblocker Silent Northbridge FAN XM2". Die 12V hierfür habe ich aus dem Stromkabel der internen Festplatte abgezweigt (Löten!).
SoftwareWindows 7 habe ich kurz angetestet: CPU-Index 1,9, Memory-Index 4,8. Nicht wirklich schnell aber ausreichend und Videos gehen auch. Der Einsatz als HTPC mit Mediacenter oder DVBViewer Pro wäre denkbar. Weiterhin getestet: Ubuntu 11.04 Desktop. Gnome läuft gut aber mit XDMCP-Remote etwas behäbig. "Unity" geht wegen fehlender 3D Unterstützung nicht. Die VIA Grafiktreiber ließen sich mangels Erfahrung und passender Version unter Ubuntu 11.04 nicht kompilieren. VIA stellt im Moment leider nur Treiber bis Ubuntu 10 bereit. Trotzdem läßt es sich mit dem Remote Desktop (mit "Xming" auf dem Windows-PC) relativ gut arbeiten. ... Aber das ist ja nicht das was ich wollte:
Auf dem System ist jetzt der 64 Bit Ubuntu-Server 11.04 installiert. Als Serverdienste laufen Samba (mit SWAT), MySQL, SSH, phpMyAdmin, Apache2, vsFTP und pyLoad. Bis auf pyLoad sind alle Pakete in der Distribution enthalten und können bei der Installation mit ausgewählt werden. Für pyLoad gibt es auf deren Homepage entsprechende Ubuntu Pakete und auch eine Anleitung, welche Pakete zusätzlich noch zu installieren sind. Daher möchte ich nicht speziell auf die Installation eingehen sondern
nur einige Stichpunkte geben, wie das System optimal als Download-Server eingerichtet wird.
|
||||||||
|
|
||||||||